Über mich

Andrea Vierle

Wie aus einer Frage

ein Garten wuchs

Lange bevor ich wusste, wohin mein Weg mich führen würde, war mein Leben durchwoben von Musik, Worten und Reimen, von Büchern, der Liebe zu Tieren und tiefen Verbindungen zu Menschen.

Ich war ein neugieriges Kind, das viele Fragen stellte. Aus diesen frühen und oft schon tiefgründigen Kinderfragen erwuchsen jene existentiellen Fragen, denen ich bis heute nachgehe und mit denen ich ergründen will, warum alles so ist, wie es ist, wie alles miteinander zusammenhängt – und vor allem, wer ich bin.

Schon während meines ersten Studiums der Kirchenmusik haben mich die großen Fragen hinter der Musik beschäftigt: Warum vermag sie uns Menschen so tief zu berühren – manchmal tiefer, als Worte es können? Was ereignet sich, wenn ein Mensch schöpferisch tätig wird? Und was erfahren wir darin über uns selbst, darüber, wer der Mensch eigentlich ist?

Diese Fragen haben mich zur Philosophie geführt. Nicht, weil ich dort fertige Antworten erwartete, sondern weil ich in ihr eine Weise des Suchens fand, in der die Einsicht in das eigene Nichtwissen keinen Mangel, sondern einen schöpferischen Anfang beinhaltet.  Philosophie bedeutete für mich von Beginn an, genauer hinzuschauen, den Dingen auf den Grund zu gehen und auch dort noch nach Wahrheit zu fragen, wo das scheinbar Selbstverständliche längst keine Fragen mehr stellt.

Ich studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Pädagogik und promovierte in Philosophie im Bereich der Ästhetik mit einer Arbeit über „Die Wahrheit des Poetisch-Erhabenen“. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie uns in Philosophie und Dichtung ein anderer Wahrheitszugang begegnet, der den bloß begrifflich-rationalen Zugriff erweitert und unser Dasein im Innersten betrifft und erhöht. 

„Ich weiß, wie befreiend es ist,

wieder zu wissen, wohin man will."

Wenn Denken Gestalt annimmt

Schon damals war es mein Anliegen, die akademische Auseinandersetzung um eine existentielle Dimension zu erweitern. Erkenntnis erschien mir niemals abgeschlossen, solange sie nur gedacht, aber nicht erfahren wird; solange sie über das Leben spricht, ohne in den konkreten Lebensvollzug eines Menschen hineinzuwirken.

Aus diesem Anliegen erwuchs der Traum von einem Ort, an dem Philosophie wieder das sein darf, was sie ihrem griechischen Ursprung nach einmal war: eine gelebte Haltung, eine Einübung in die Sorge um sich selbst und eine Kunst, das eigene Leben bewusst zu gestalten.

Im Jahr 2004 gründete ich gemeinsam mit meinem Mann Matthias Michalek Kepía – den musisch-philosophischen Garten in Oberhausen. Hier wird gedacht und erzählt, musiziert und gefeiert; hier begegnen sich philosophische Erkenntnis, symbolische Erfahrung und persönliche Lebensgeschichte. Kepía ist der Ort, an dem das, was lange nur eine geistige Vorstellung gewesen war, eine konkrete Gestalt angenommen hat.

  • Matthias ist der Musiker im Haus, zudem Therapeut und Coach.

    Bei meinen Veranstaltungen sorgt er für einen liebevollen Rahmen

    und für das leibliche Wohl.

Wege, die sich verbinden

Zu meiner philosophischen und literaturwissenschaftlichen Arbeit trat die Ausbildung zur systemischen Familientherapeutin. Sie öffnete mir einen weiteren Zugang zu den verborgenen Zusammenhängen des Lebens: zu den Geschichten, Bindungen und inneren Ordnungen, die in einem Menschen wirksam sind, auch wenn er sie selbst noch nicht zu erkennen vermag.

In den vergangenen Jahren haben sich diese Grundlagen um weitere Zugänge vertieft:  die Arbeit mit dem inneren Kind, die schamanische Arbeit mit dem Medizinrad und die Arbeit mit Orakelkarten. Diese drei führen auf je eigene Weise zu jenen verborgenen Schichten eines Menschen, in denen frühe Erfahrungen, innere Anteile und tiefe Verbindungen wirksam sind – und in denen zugleich Kräfte darauf warten, wiederentdeckt und in das eigene Leben zurückgeholt zu werden.

Aus der Verbindung all dieser Erkenntnis- und Erfahrungswege entwickele ich eigenständige Formen der Lebensberatung. Doch meine Aufgabe erschöpft sich nicht darin, das zu deuten, was sich in einer Lebensgeschichte zeigt.

Poetisch gesprochen, bin ich die Königin eines weiten Reiches der Phantasie und des Denkens. Ich kenne seine Wege und seine verborgenen Schätze, seine Ruheplätze, Kraftorte und Quellen – und weiß, wohin ich Menschen führen kann, damit sie dort finden, was sie nährt, stärkt und ihnen Orientierung gibt. Es ist mir eine Freude, ihnen die Tore zu diesem Reich zu öffnen und sie auf ihrem jeweiligen Weg zu begleiten.

Indem ich diese Verbindung stifte und Menschen durch dieses Reich führe, führe ich sie zugleich tiefer zu sich selbst.

Zudem tritt in letzter Zeit mein Schreiben wieder verstärkt in den Vordergrund. Ich liebe es so sehr, Worte zu finden für alles, was gesagt werden will: philosophische Überlegungen, märchenhafte Geschichten, Poesie und eben auch dieser Blog.

Märchen als Heilwege

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wie sich Märchen als Heilwege für Menschen öffnen lassen, die auf der Suche nach sich selbst sind. Märchen erzählen nicht nur von Wandlung; in ihren Bildern und Bewegungen bewahren sie ein tiefes Wissen darüber, wie ein Mensch Verlorenes wiederfinden, Prüfungen bestehen und zu einer neuen, erlösten und glücklichen Gestalt seines Lebens gelangen kann: als Königin oder König im eigenen Reich.

Dieses Wissen für die jeweils eigene Lebensgeschichte hörbar und erfahrbar werden zu lassen, gehört zu den wesentlichen Anliegen meiner Arbeit.

In meinem Programm „Stroh zu Gold“ finden diese unterschied-lichen Zugänge zusammen. Es umfasst längerfristige Einzel-begleitungen, in denen eine intensive und persönliche Arbeit am eigenen Lebensweg möglich wird, ebenso wie Wochenend-seminare für kleine, bewusst persönlich gehaltene Gruppen, in denen unterschiedliche Märchen und ihre existentiellen Themen zum Ausgangspunkt der eigenen Erkenntnis und Wandlung werden.

Dr. Andrea Vierle

Autorin und Märchenerzählerin 

Gründerin von Kepía.

Philosophin, Literaturwissenschaftlerin und Pädagogin
Promotion im Bereich Ästhetik
Systemische Familientherapeutin

Coach und Lebensberatung

Ausbildung in

Innerer-Kind-Arbeit,

Orakelkarten und Medizinrad

Worte, die Wurzeln bilden

Auch dieser Blog ist aus derselben Bewegung entstanden: aus dem Wunsch, den Dingen auf den Grund zu gehen und Worte in die Welt zu geben, die nicht an der Oberfläche bleiben, sondern Wurzeln bilden – damit aus Erkenntnis etwas wachsen kann, das im eigenen Leben Gestalt annimmt.

„Meine höchste Aufgabe ist es,

Himmel und Erde miteinander zu verbinden, um sichtbar und fühlbar werden zu lassen, wie sich das zuhöchst Wahre in den konkreten Lebensvollzug des Einzelnen hineinwebt.


Den Raum, der aus dieser Verbindung entsteht, öffne ich für alle,

die spüren und erfahren wollen,

wie sie eigentlich gemeint sind.“

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